{"id":3204,"date":"2024-11-20T21:40:06","date_gmt":"2024-11-20T19:40:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weinfreunde-vom-hellweg.de\/alex\/wordpress\/?page_id=3204"},"modified":"2025-01-03T12:17:18","modified_gmt":"2025-01-03T11:17:18","slug":"wein-u-kulturreise-friaul","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.weinfreunde-vom-hellweg.de\/alex\/wordpress\/?page_id=3204","title":{"rendered":"Wein- und Kulturreise Friaul"},"content":{"rendered":"\n<p>Sonntag 05.10.2014 bis Sonntag 12.10.2014<\/p>\n\n\n\n<p>Organisation: Monika und Hermann Bley, Heike und Theo Wiehagen<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Teilnehmer war die Reise in ein kleines Paradies, wo Meer, Berge, H\u00fcgel und Ebene eng miteinander verwoben sind, ein unvergessliches Erlebnis und ein Genuss f\u00fcr alle Sinne. Wir fanden nicht nur zauberhafte Landschaften, Geschichte und Kultur vor, sondern auch vielf\u00e4ltige kulinarische Traditionen und Weine, die zu den besten der Welt z\u00e4hlen.<br>Kunstst\u00e4dte wie Triest, Udine, Cividale, San Daniele, Aquileia sind reich an Geschichte und Zeugnis verschiedener Epochen wie z. B. arch\u00e4ologische Fundst\u00fccke aus der r\u00f6mischen und fr\u00fchchristlichen Zeit, die Kunst der Langobarden und die starken architektonischen Einfl\u00fcsse aus venezianischen und habsburgischen Herrschaften.<br>Die gro\u00dfe Vielfalt aus geschichtlichen Ereignissen, Landschaften, Sprachen und Dialekten bereichert nicht nur Friaul-Julisch Venetien, sondern auch die abwechslungsreichen Traditionen von Weinen und Speisen. Die Gerichte, Aromen und kulinarischen Br\u00e4uche sind mit der Heimat eng verbunden. Sie erz\u00e4hlen uns die Geschichte der Region, indem sie uns ihre K\u00fcche und ihre Entwicklung vorstellen.<br>Im Vigneto Friuli, in dem jedes Jahr einige der besten Wei\u00dfweine Europas gekeltert werden, entdeckten wir bei namhaften Winzern auch zahlreiche autochthone Weinsorten wie z.B. Terrano, Ribolla Gialla, Schioppettino, Picolit.<br>Aus den friulanischen Trauben wird nicht nur Wein erzeugt, sondern auch hervorragender Balsamico-Essig und Grappa. Unter den Speisen steht der legend\u00e4re Schinken San Daniele, ein Meisterst\u00fcck unter den regionalen Produkten, an erster Stelle.<br>Weiterhin ist die Meeresk\u00fcche zu nennen. Die adriatische K\u00fcste hat dank der gro\u00dfen Auswahl an Fisch, leckeren Schalentieren und Muscheln unz\u00e4hlige Delikatessen zu bieten wie die Fischsuppe Boreto aus Grado oder Scampi a la busera nach istrianischer Art. Unter den K\u00e4sesorten ist der Montasio sehr beliebt. Viele friulanische Spezialit\u00e4ten haben den Montasio-K\u00e4se unter den Hauptzutaten. Wenn der Frico ein Glanzst\u00fcck der friulanischen K\u00fcche ist, sollte man aber auch die Gubana erw\u00e4hnen, die Zeugnis des mitteleurop\u00e4ischen Einflusses ablegen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erster Tag, Sonntag, 5. Oktober<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fch am Morgen trafen sich die 26 \u201eFlieger\u201c, um mit dem Bus nach D\u00fcsseldorf zu fahren. Das Flugzeug startete p\u00fcnktlich und bereits um 14:15 Uhr lernten wir in Venedig Antonella Comelli kennen, die uns w\u00e4hrend unserer Reise begleiten sollte. Bereits w\u00e4hrend der ca. 1,5-st\u00fcndigen Busfahrt versorgte uns die lebendige Reisef\u00fchrerin mit umfassenden Informationen \u00fcber Friaul-Julisch Venetien.<br>Gegen 16 Uhr erreichten wir unser Quartier f\u00fcr die n\u00e4chste Woche, das Hotel Franz in Gradisca d&#8217;Isonzo. Dort warteten bereits die restlichen Teilnehmer, die mit dem Auto angereist waren.Nachdem alle sich in ihren Zimmern eingerichtet und frisch gemacht hatten, trafen wir uns bei gutem Wetter am Pool zu Sekt und Fingerfood. Hermann begr\u00fc\u00dfte nun alle Reiseteilnehmer und stellte noch einmal offiziell unsere Reisef\u00fchrerin Antonella und Sara, unsere Organisatorin vor Ort, vor.<br>Danach brachen wir zu einer kurze F\u00fchrung durch Gradisca auf. Gegen 19 Uhr kehrten wir in der Enoteca La Serenissima ein, die einzige regionale &#8222;Enoteca&#8220; Friauls, die sich in einem historischen Geb\u00e4ude, dem ehemaligen Sitz der venezianischen Herren aus dem XV Jahrhundert, befindet. Der Inhaber der Enoteca Renato Tedesco begr\u00fc\u00dfte uns herzlich. Wir bekamen zu ausgesuchten Weinen ein typisch friulanisches Abendessen, bestehend aus: K\u00fcrbisauflauf mit Montasio-K\u00e4se Fondue, Friulanische Gersten- Bohnensuppe, Schlackwurst mit Sauerr\u00fcben und \u201eTiramis\u00f9 2014\u201d, Besonders die Schlackwurst mit den Sauerr\u00fcben war etwas gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zweiter Tag, Montag 6. Oktober<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck fuhren wir mit unserem Bus zu unserer ersten Besichtigung an diesem Tag \u201ePalmanova\u201c die sogenannte \u201esternf\u00f6rmige Stadt\u201c. Nach einer einst\u00fcndigen F\u00fchrung durch das Zentrum und der Stadtbefestigungsanlagen ging es weiter auf der Strada del Vino nach Cormons. Cormons liegt im Herzen des CollioGebietes, das Land von unnachahmlichen Weinen, die man in historischen Weinkellern verkosten kann. Die sch\u00f6ne alte Habsburgerstadt ist auf den sanften Anh\u00f6hen des Collio gelegen und ihre Entstehung reicht bis in die Zeit vor der Eroberung durch die R\u00f6mer zur\u00fcck. Seit der Langobarden- und anschlie\u00dfend der Karolingerzeit war die Stadt ein wichtiges Zentrum und befand sich ab dem 13. Jahrhundert im Besitz der Grafen von G\u00f6rz. Daher war auch Cormons \u00fcber vierhundert Jahre im \u00f6sterreichischen Besitz und diese Herrschaft hinterlie\u00df ein Kulturerbe, das eng an die Traditionen jenseits der Alpen ankn\u00fcpft. Bei einer Stadtf\u00fchrung konnten wir unter anderem auch die Statue von Maximilian I. von Habsburg am Hauptplatz bewundern. Anschlie\u00dfend teilte sich die Gruppe. W\u00e4hrend einige sich bei einem Kaffee st\u00e4rkten ging der andere Teil in die Enoteca um Weine aus der Region zu probieren (Kaffee gab \u00fcbrigens dort auch).<br>Nach einer Weiterfahrt durch den Colli Orientali del Friuli erreichten wir mittags das Weingut IL Roncal, N\u00e4he Cividale -Weingebiet D.O.C. Colli Orientali del Friuli-, wo wir von der attraktiven Inhaberin Martina Moreale begr\u00fc\u00dft wurden. Das Weingut, ein Familienbetrieb in dem man auch \u00fcbernachten kann, liegt mitten in den Weinbergen. Bei einer Weinprobe mit Imbiss, konnten wir uns von der ausgezeichneten Qualit\u00e4t folgender Weine \u00fcberzeugen: Ribolla Gialla Spumante, Friulano DOC, Sauvignon DOC, Schioppettino DOC und Verduzzo Friulano DOC.<br>In guter Stimmung erreichten wir um 15 Uhr die Abbazia di Rosazzo. Die Abtei liegt im Colli Orientali del Friuli (den \u00f6stlichen H\u00fcgeln des Friauls) auf einer Anh\u00f6he nord\u00f6stlich von Manzano. Der Ursprung der Abtei ist umstritten und kann nicht immer mit Beweisen belegt werden. Der Tradition nach lie\u00df sich der Eremit Alemanno im Jahr 800 an diesem einsamen Ort nieder, um seinen Seelenfrieden zu finden. Er errichtete an dieser Stelle eine bescheidene Kirche und eine Zelle. Sp\u00e4ter, als die K\u00e4mpfe zwischen Aquileia und Cividale, zwischen Venedig und den Habsburgern tobten, wurde das Kloster zu einer Festung umgebaut. 1823 wurde die Abtei die Sommerresidenz der Bisch\u00f6fe aus Udine. Heute ist das \u201eKloster der Rosen\u201c ein Kulturzentrum und eine humanistische und soziale Begegnungsst\u00e4tte. Die Abtei ist von einem wundersch\u00f6nen Rosengarten umgeben, den wir im Rahmen der Besichtigung auch kennenlernten. F\u00fcr einige Reiseteilnehmer geh\u00f6rte aber die in der Kirche gerade stattfindende Hochzeit zum H\u00f6hepunkt des Nachmittags.<br>Anschlie\u00dfend ging es weiter zum Weingut Rocca Bernada -Weingebiet D.O.C. Colli Orientali del Friuli-, eine herrschaftliche Villa im Friaul, eingebettet in eine italienische Traumlandschaft. Nach einem kurzen Rundgang gab es die zweite Weinverkostung an diesem Tag. Wieder mit einem reichhaltigen Imbiss (den wir so gar nicht erwartet hatten) bestehend aus Brot, Schinken, Salami und K\u00e4se. Hervorzuheben war der letzte Wein, ein Picolit, der wertvollste Edelwein Friauls, der auch als Meditationswein bezeichnet wird.<br>Ersch\u00f6pft von der \u201eanstrengenden Verkostungsarbeit\u201c kamen wir am fr\u00fchen Abend wieder in Gradisca an. Einige Reiseteilnehmer lie\u00dfen es sich trotz M\u00fcdigkeit nicht nehmen, das rustikale SlowFood-Restaurant Mulin Veccio aufzusuchen, in dem an den W\u00e4nden und an der Decke unz\u00e4hlige Kupferkessel h\u00e4ngen. Das Lokal ist f\u00fcr die vorz\u00fcglichen Salumi bekannt, die der Inhaber Bruno von erprobten Lieferanten seines Vertrauens bezieht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dritter Tag, Dienstag, 7. Oktober<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Fr\u00fchst\u00fccksb\u00fcffet ging es um 9 Uhr nach Passariano zu einer F\u00fchrung durch die Villa Manin. Die majest\u00e4tische Residenz ist eines der bedeutendsten historischen Geb\u00e4ude Friauls. Es war die Sommerresidenz des letzten venezianischen Dogen: Sch\u00f6nheit, Geschichte und architektonische Vollkommenheit sind in dieser im 17. Jh. erbauten Adelsvilla vereint, die ein reizvoller Park mit B\u00e4umen aus aller Welt schm\u00fcckt. Der \u00e4u\u00dfere Zustand der Villa hat etwas entt\u00e4uscht. Eine Restaurierung ist unserer Meinung nach dringend notwendig.<br>In einem Raum konnten wir Napoleons Schlafzimmer mit Originalm\u00f6beln sehen. In der Villa Manin unterzeichnete der Feldherr 1797 den Vertrag von Campoformido, der das Ende der Republik Venedig sanktionierte.<br>Nach einer kurzen Weiterfahrt nach Camino al Tagliamento stand bei einer Besichtigung des Familienweingutes Ferrin im Weingebiet D.O.C. Friuli Grave wieder der Wein im Mittelpunkt. Fabiola, die engagierte und fachkundige Frau des Winzers, f\u00fchrte uns durch das Weingut. Bei der anschlie\u00dfenden Weinverkostung mit Mittagessen (friulanischer Salsiccia, Schinken, K\u00e4se, Salami, Brot, einem Nudelgericht und Nachspeise) lie\u00df Fabiola es sich nicht nehmen, uns fast alle Weine des Weingutes vorzustellen. Geschafft von dem reichhaltigen Essen und 12 Weinen fuhren wir am fr\u00fchen Nachmittag nach Spilimbergo, eine kleine Stadt oberhalb des Tagliamento-Tals, die mit ihrem Dom, ihrer Burg und der Mosaikschule zu den bedeutendsten der kleineren Orte des Friauls z\u00e4hlt. Nach der F\u00fchrung und einer kleinen Pause ging es weiter nach San Daniele del Friuli. San Daniele ist nicht nur wegen des Schinkens ber\u00fchmt, sondern auch wegen der einzigartigen Fresken des K\u00fcnstlers \u201ePellegrino da San Daniele\u201c in der Kirche Sant\u2018 Antonio Abate. In dieser Kirche gab es \u201eBeleuchtungsprobleme\u201c, doch unsere \u201eFotografen\u201c haben es trotzdem geschafft, die wunderbaren Eindr\u00fccke festzuhalten. Nach der F\u00fchrung in San Daniele besichtigten wir am fr\u00fchen Abend die Prosciutterie s.r.l. DOK dall\u2018 ava. Den Abschluss des Tages bildete ein Abendessen mit Prosciutto di San Daniele D.O.P. im Restaurant der Schinkenfabrik.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vierter Tag, Mittwoch, 8. Oktober<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diesmal hie\u00df es noch fr\u00fcher als sonst aufzustehen, denn die Abfahrt nach Aquileia war schon auf 8:30 Uhr angesetzt. Aquiliea war seinerzeit die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des R\u00f6mischen Reiches. Jahrhundertelang z\u00e4hlte der Bischof als \u201ePatriarch von Aquileia\u201c zu den h\u00f6chsten W\u00fcrdentr\u00e4gern der katholischen Kirche. Dieser Patriarch \u00fcbte zudem f\u00fcr Jahrhunderte auch die weltliche Herrschaft \u00fcber das Friaul aus.<br>Eine F\u00fchrung in Aquiliea, insbesondere durch die Basilika, mit ihrem wundersch\u00f6nen Mosaikboden aus der fr\u00fchchristlichen Zeit und dem alten Binnenhafen unterstrich die Bedeutung dieser Stadt insbesondere in der 1. H\u00e4lfte des 1. Jahrtausend.<br>Auf dem Weg nach Grado legten wir am sp\u00e4ten Vormittag einen Zwischenstopp im Weingut Ca\u2019 Tullio in der N\u00e4he von Aquileia ein. Die Weine dieses Weingutes geh\u00f6ren zum Weingebiet D.O.C. Friuli Aquileia und z. T. auch zum Weingebiet D.O.C. Colli Orientali del Friuli. Nach der Begr\u00fc\u00dfung durch Patrica, die \u00d6nologin des Weingutes, und der Besichtigung des Weinkellers einschlie\u00dflich der &#8222;Taberna Romana&#8220;, einer Rekonstruktion eines r\u00f6mischen Weinkellers, stand, wie kann es anders sein, wieder eine Weinverkostung auf dem Programm. Probiert haben wir aus dem DOC Friuli Aquilea je einen Friulano, Traminer Aromatico und einen Patriarca Refosco und aus dem DOC Colli Orientale einen Ribolla Gialla und einen Schioppettino.<br>Gegen Mittag ging es dann weiter zum Hafen von Grado. Die Bootsfahrt durch die wundersch\u00f6ne Lagune von Grado (als \u201eFeuchtgebiet internationaler Bedeutung\u201c erkl\u00e4rt) war ein Erlebnis. Die bemerkenswerte Artenvielfalt, die kleinen Inseln, die stimmungsvolle Landschaft und das Lichterspiel machen die Lagune einzigartig.<br>Nach einer 1,5 st\u00fcndigen Fahrt legten wir auf einer kleinen Insel in der Lagune an, um in der \u00f6rtlichen Trattoria Ai Ciodi ein Fischmen\u00fc, dass bei einer Reise ins Friaul nie fehlen sollte, einzunehmen. Bei bester Qualit\u00e4t durften wir eine gemischte Fischvorspeise (\u201cSarde in saor&#8220;, Tintenfischsalat, Calamari mit Kartoffeln, mariniertes Meer\u00e4schenfilet), Penne \u201calla marinara\u201d, gegrillter Goldbrasse mit gemischtem Salat der Saison und hausgemachten Kuchen genie\u00dfen. Aber auch unsere \u201eNichtfischesserin\u201c Gerda kam beim Essen voll auf ihre Kosten.<br>Nach der R\u00fcckfahrt mit Taxi-Booten begann am sp\u00e4ten Nachmittag die F\u00fchrung in der Altstadt von Grado mit Besichtigung der Basilika Santa Eufemia. Wenn man durch die Gassen der venezianischen Altstadt schlendert oder am Strand entlang spaziert und die sanften Ger\u00e4usche der Brandung h\u00f6rt, f\u00fchlt man das magische Flair dieser Sonneninsel. Nach dem Hunnensturm 452 wurde Grado vor\u00fcbergehend Sitz des Erzbischofes, ehe nach 568 der Erzbischof und sp\u00e4tere Patriarch Grado als endg\u00fcltigen Sitz w\u00e4hlte (im 12. Jahrhundert nach San Silvestro in Venedig transferiert). Nach dem Zerfall des R\u00f6mischen Reiches geh\u00f6rte Grado zur Republik Venedig.<br>Am fr\u00fchen Abend kamen wir wieder in Gradisca, an. Der Abend stand zur freien Verf\u00fcgung und wer noch Hunger oder Durst hatte konnte diese in einem der vielen Lokale stillen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcnfter Tag, Donnerstag, 9. Oktober<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem wie immer reichhaltigen Fr\u00fchst\u00fccksb\u00fcffet fuhren wir um 9 Uhr mit dem Bus zum Weingut Villa Russiz. Das Weingut liegt im Weingebiet D.O.C. Collio- in der Ortschaft Capriva del Friuli, in einer wundersch\u00f6nen Landschaft von Weing\u00e4rten umgeben. Die D.O.C. \u201cCollio\u201d und \u201cColli Orientali del Friuli\u201d stehen als G\u00fctesiegel f\u00fcr die wertvollen Weine Friauls, und mit seinen zahlreichen Weinbergen, seiner sanften H\u00fcgellandschaft, seinen historischen Residenzen und Kl\u00f6stern stellt dieses Gebiet eine der sch\u00f6nsten Gegenden Norditaliens dar.<br>Das Weingut Villa Russiz erz\u00e4hlt eine Geschichte gro\u00dfer Einsichten sowie Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, Leidenschaft, Engagement, Romantik und Tradition. Hier fand der franz\u00f6sische Graf Teodoro de La Tour zusammen mit seiner \u00f6sterreichischen Frau Elvine Ritter von Zahony im Jahr 1869 in den sonnigen H\u00fcgeln des Collio einen gro\u00dfartigen Ort zum Leben und um seine Leidenschaft f\u00fcr den Weinbau zu verwirklichen. Er verwandte moderne Techniken der Weinbereitung, die damals in Frankreich schon eine gro\u00dfe Entwicklung hatten. Den Weinen der Villa Russiz wurden unz\u00e4hlige nationale und internationale Auszeichnungen verliehen. Begr\u00fc\u00dft wurden wir von dem jungen Kellermeister Peter, der nach seinem Studium in Geisenheim hier eine Anstellung gefunden hat und mittlerweile im Collio heimisch geworden ist. Bei einer hochinteressanten F\u00fchrung durch das Weingut wurden uns nicht nur die hohen Qualit\u00e4tsanspr\u00fcche des Weingutes sondern auch die Philosophie der Stiftung, zu der das Weingut geh\u00f6rt, fachkundig n\u00e4her gebracht. Eine Weinverkostung bestehend aus f\u00fcnf hochwertigen Weinen und einem Schinken-Salami-K\u00e4se-Imbiss rundeten den fr\u00fchen Vormittag ab.<br>Um 11:30 Uhr begann unsere F\u00fchrung in Cividale, die ber\u00fchmte mittelalterliche Kleinstadt, erstes Herzogtum der Langobarden in Italien. Ein H\u00f6hepunkt war die Besichtigung des \u201ekleinen Langobardischen Tempels\u201c, der zu den wertvollsten und geheimnisvollsten Zeugnissen der langobardischen Kunst z\u00e4hlt. Bei der anschlie\u00dfenden Freizeit konnten einige typische L\u00e4den und Konditoreien, welche die friaulische Spezialit\u00e4t, die Gubana, anbieten, uns den Tag weiter schmackhaft machen.<br>Danach stand Udine auf dem Programm, die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt Friaul-Julisch Venetiens. Hier hat uns Antonella bei einer 1,5- st\u00fcndigen F\u00fchrung die Altstadt gezeigt. Der ber\u00fchmte Maler Giambattista Tiepolo hat in dieser Stadt viele Gem\u00e4lde und Fresken gemalt, so dass Udine auch als \u201edie Tiepolo-Stadt\u201c bekannt ist. Bei der anschlie\u00dfenden Freizeit in Udine konnte sich jeder von dem Charme dieser Stadt \u00fcberzeugen oder sich in einem der vielen Lokale ausruhen.<br>Um 18:30 Uhr ging es weiter zu der Ortschaft Cerneglons, nur 10 km von Udine entfernt. Das Abendessen gab es im Agriturismo \u201eFrascje dai Spadons\u201c. In dem altert\u00fcmlichen Bauernhaus, das zu den gem\u00fctlichsten und unverf\u00e4lschtesten Gastst\u00e4tten Friauls z\u00e4hlt, werden G\u00e4ste aus aller Welt bewirtet. Die K\u00fcche bietet ausschlie\u00dflich friulanische Gerichte an, einfache und k\u00f6stliche Speisen, nur mit Zutaten aus den Erzeugnissen des Landwirtschaftsbetriebes zubereitet. Hier werden auch ausgezeichnete Weine, Schn\u00e4pse und sogar ein eigener Sekt nach der Methode champenoise erzeugt.<br>In ausgelassener Stimmung traten wir gegen 22 Uhr die R\u00fcckfahrt zu unserem Hotel an, in dem sich die Teilnehmer, die noch nicht ins Bett gehen wollten, zu einem Absacker an der Hotelbar trafen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sechster Tag, Freitag 10. Oktober<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Um 8:30 Uhr ging es auf das Hochplateau des Karsts. Die Karsthochebene oberhalb des Isonzo Flusses durfte wegen ihrer einzigartigen Vegetation im Reiseprogramm nicht fehlen. Die Besichtigung des Kriegerdenkmals auf dem San Michele H\u00fcgel, das an die f\u00fcrchterlichen Isonzo-Schlachten im Ersten Weltkrieg erinnert, hat uns alle sehr beeindruckt und nachdenklich gemacht. Gegen 10.00 Uhr erreichten wir das bekannte Weingut Castelveccio. Hier werden nicht nur erstklassige Weine hergestellt \u2013 darunter auch der autochthone \u201eTerrano-Wein\u201c, ein k\u00f6rperreicher Rotwein, der nur auf dem Karst angebaut wird-, sondern wir konnten auch einmalige historische Zeugnisse aus dem Ersten Weltkrieg betrachten, n\u00e4mlich den Park Giuseppe Ungaretti, ein \u201eopen-air\u201c Museum mit diversen Kunstwerken und die venezianische Villa aus dem XVI Jahrhundert im Palladio-Stil, in der Inschriften und Zeichnungen von Soldaten zu finden sind, w\u00e4hrend sie in dieser Villa ein Refugium fanden<br>Die Lage und der Ausblick von diesem Weingut waren wunderbar.<br>Bei der anschlie\u00dfenden Weinverkostung mit kleinem Imbiss konnten wir uns von dem hohen Qualit\u00e4tsstandard dieses Weingutes \u00fcberzeugen.<br>Nach der Weiterfahrt auf der Karsthochebene mit herrlichen Ausblicken auf den Golf von Triest und dem nahen Slowenien erreichten wir die Osmiza Boris Pernarcic \/ \u201cFruske\u201d. In diesen ehemals \u00f6sterreichischen Gebieten auf dem Triester und G\u00f6rzer Karst hei\u00dft der Buschenschank osmiza (slowenisch osmica, abgeleitet von osem, acht, da die Konzession urspr\u00fcnglich auf acht Tage beschr\u00e4nkt war). In dieser Osmiza konnten wir bei sch\u00f6nem Wetter auf der Terrasse mit Panoramablick \u00fcber den Golf von Triest ein rustikales Mittagessen mit typischen Produkten aus dem Karst, (kalte \u201eBrettljause auf Karsische Art\u201c Salami, K\u00e4se, gemischtes in \u00d6l und Essig eingelegte Gem\u00fcse und Kuchen) einnehmen und auch die eigenen Weine probieren.<br>\u201eGeschafft\u201c brachen wir um 14 Uhr auf, um nach einer halbst\u00fcndigen Busfahrt unseren n\u00e4chsten Programmpunkt \u2013 die Besichtigung von Schloss Miramare \u2013 zu erreichen. Gut, dass uns Gerhard Balster w\u00e4hrend der Busfahrten mit seinem \u201eVerdauungswodka\u201c versorgte, wir h\u00e4tten sonst die Anstrengungen des Tages nicht verkraften k\u00f6nnen. Es folgte eine interessante F\u00fchrung durch das Schloss Miramare. Das Schloss liegt bei Triest auf einer Felsenklippe der Bucht von Grignano an der Adria etwa f\u00fcnf Kilometer nordwestlich der italienischen Hafenstadt Triest. Es wurde zwischen 1856 und 1860 von Erzherzog Ferdinand Maximilian von Habsburg, dem Bruder Kaiser Franz Joseph des I., und seiner Gattin Charlotte von Belgien erbaut. Das Schloss und seine Inneneinrichtung sowie die umliegende Parkanlage wurden entsprechend den detaillierten Anweisungen und Vorstellungen des Erzherzogs erbaut und zeigen in vielen Bereichen die gro\u00dfe Liebe Maximilians zum Meer.<br>Nach der Besichtigung am Nachmittag ging es weiter nach Triest. Triest war von 1382 bis 1918 habsburgisch-\u00f6sterreichisch. Hier sp\u00fcrt man noch einen starken mitteleurop\u00e4ischen Einfluss von der Architektur bis zur K\u00fcche. Nach einer Stadtrundfahrt mit dem Bus (die einige Teilnehmer aufgrund der vorherigen anstrengenden Programmpunkte verschliefen) zeigte uns Antonella noch einige Sehensw\u00fcrdigkeiten zu Fu\u00df. Beeindruckt hat uns der direkt am Meer liegende Hauptplatz von Triest, die Piazza Unit\u00e0 d&#8216; Italia. W\u00e4hrend Triest sonst eher eine gem\u00fctliche Atmosph\u00e4re ausstrahlt, war diesmal die Stadt von vielen tausend Menschen besucht, da an diesem Wochenende die Regatta Barcolana stattfand, an der weltweit die meisten Segler und \u00fcber 2.000 Boote teilnehmen. Entsprechend dicht besucht waren die vielen St\u00e4nde am Hafen und die Musikb\u00fchnen in der Stadt.<br>Nach einer zweist\u00fcndigen Freizeit trafen wir uns um 19:30 Uhr zum Abendessen mit typischen triestinischen Spezialit\u00e4ten und ausgesuchten Weinen im historischen Kaffeehaus Tommaseo im Zentrum neben dem Teatro Verdi. Unsere R\u00fcckfahrt verz\u00f6gerte sich, da wegen vieler Stra\u00dfensperrungen innerhalb der Stadt unser Bus den vereinbarten Einsteigepunkt nicht anfahren konnte. Mit viel Geschick hat uns unser Busfahrer Dusan dennoch gefunden und sicher zur\u00fcckgebracht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Siebter Tag, Samstag, 11. Oktober<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am heutigen Tag stand die Stadt Gorizia (fr\u00fcher G\u00f6rz) auf dem Programm. Gorizia ist Sitz eines F\u00fcrsterzbischofs, des Landtages und des Landesausschusses der Grafschaft G\u00f6rz und Gradisca. Um 1900 war G\u00f6rz ein beliebter Winterkurort und wurde \u201eNizza an der Adria\u201c genannt. Beeindruckend bei der Stadtf\u00fchrung war neben dem mittelalterlichen Kastell vor allem auch der Transalpina Platz, der sich halb auf dem slowenischen und halb auf dem italienischen Territorium befindet. Heute stellt die Transalpina ein Symbol f\u00fcr den Frieden unter den V\u00f6lkern dar.<br>Vor der Weiterfahrt verabschiedeten wir uns mit einem Geschenk und viel Beifall von unserer Reisef\u00fchrerin Antonella, die bei allen Teilnehmern durch ihr au\u00dfergew\u00f6hnliches Fachwissen und ihre freundliche und lebendige Art in Erinnerung sein wird. Anschlie\u00dfend ging es auf dem Karstplateau oberhalb Triest weiter, um in Bagnoli della Rosandra, den renommierten Oliven\u00f6l-Familienbetrieb Parovel zu besuchen. Neben verschiedenen ausgezeichneten Oliven\u00f6len aus den B\u00e4umen auf dem Karst produziert der Betrieb auch f\u00fcnf autochthone Weinsorten, darunter den bekannten \u201eVitovska\u201c. Nach einer F\u00fchrung in dem Oliven\u00f6lherstellungsbetrieb mit Beschreibung aller Phasen der \u00d6lproduktion und der Besichtigung des Weinkellers konnten wir bei einer \u201eMerenda Carsolina\u201c (= Schinken, Salami, K\u00e4se, Oliven. Herkunftsproduktion: Karst) Oliven\u00f6le und Weine probieren.<br>Gut gest\u00e4rkt und in bester Stimmung besichtigten wir am Nachmittag das Schloss Duino, das sich im Besitz der Familie Thurn und Taxis befindet. Hier schrieb Rainer Maria Rilke seine bekannte \u201eDuineser Elegien\u201c. Auch der Park ist interessant und beeindruckend. W\u00e4hrend der Schlossf\u00fchrung konnten wir auch einen Blick auf den ber\u00fchmten \u201eRilke-Weg\u201c werfen. Auf diesem leichten Wanderweg an der K\u00fcste \u00fcber dem Golf von Triest treffen Karst und Meer aufeinander und sorgen f\u00fcr ein Naturschauspiel. Die einzigartige Fauna und Flora pr\u00e4sentiert sich im Laufe des Jahres in immer wieder neuen Kleidern und haben schon Rainer Maria Rilke zutiefst beeindruckt. Leider kann der gr\u00f6\u00dfte Teil des Rilke-Weges, der sich im Privatbesitz der Familie Thurn und Taxis befindet, zurzeit nicht begangen werden, da die Familie es nicht erlaubt. Bei der F\u00fchrung kam es bei einigen zu einer \u201ekleinen M\u00fcdigkeit\u201c. Es waren wohl zu viele neue Eindr\u00fccke auf uns eingestr\u00f6mt.<br>Um 17 Uhr trafen wir wieder in unserem Hotel ein. Zum Ausruhen blieb nur eine kurze Zeit, denn unser Abschlussabend im Restaurant Borgo Colmello in Farra d\u2019Isonzo (ca. 4 Km entfernt) stand an. Inhaber des Restaurants ist Renato Tedesco, der ehemalige Slow Food- Vorsitzende f\u00fcr Friaul-Julisch Venetien, den wir bereits an unserem ersten Abend in der Enoteca in Gradisca kennengelernt hatten. Nach vielen R\u00fcckblicken und Dankesworten wurden uns bei dem herausragenden Abendmen\u00fc die begleitenden Weine der Tenuta Villanova aus Farra d&#8217;Isonzo von Sara, der \u00d6nologin des Weingutes, vorgestellt. H\u00f6hepunkt war sicherlich ein Picolit, der mit dem Dessert bestehend aus Maroni-Mousse mit Vanille-Sauce aufs Beste harmonierte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Achter Tag, Sonntag, 12. Oktober<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach Fr\u00fchst\u00fccksb\u00fcffet und Koffer packen stand f\u00fcr den Hauptteil der Gruppe der Bustransfer zum Flughafen nach Venedig an. Dort verabschiedeten wir uns mit einem Geschenk und einem herzlichen Applaus von unserm Busfahrer Dusan, der uns mit seiner ruhigen und besonnenen Fahrweise immer ein Gef\u00fchl von Sicherheit gegeben hat.<br>Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass der Aufenthalt im Flughafen fast 8 Stunden dauern w\u00fcrde. Aber besser zum Ende der Reise, als zu Anfang. Unseren Bustransfer von D\u00fcsseldorf nach Unna konnten wir zum Gl\u00fcck noch rechtzeitig verschieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Hermann Bley<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonntag 05.10.2014 bis Sonntag 12.10.2014 Organisation: Monika und Hermann Bley, Heike und Theo Wiehagen F\u00fcr die Teilnehmer war die Reise in ein kleines Paradies, wo Meer, Berge, H\u00fcgel und Ebene eng miteinander verwoben sind, ein unvergessliches Erlebnis und ein Genuss &hellip; <a href=\"https:\/\/www.weinfreunde-vom-hellweg.de\/alex\/wordpress\/?page_id=3204\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"parent":3062,"menu_order":10,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-3204","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.weinfreunde-vom-hellweg.de\/alex\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3204","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.weinfreunde-vom-hellweg.de\/alex\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.weinfreunde-vom-hellweg.de\/alex\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.weinfreunde-vom-hellweg.de\/alex\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.weinfreunde-vom-hellweg.de\/alex\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3204"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.weinfreunde-vom-hellweg.de\/alex\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3204\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5174,"href":"https:\/\/www.weinfreunde-vom-hellweg.de\/alex\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3204\/revisions\/5174"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.weinfreunde-vom-hellweg.de\/alex\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3062"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.weinfreunde-vom-hellweg.de\/alex\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3204"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}