Franken 2003

Weinreise:  Franken vom 30.4.- 3.5.2003

„Frankenwein ist ganz gewiss, ein Vorgeschmack zum Paradies.“

Weinerlebnis Franken

30.04. – 03.05.03 – ein Reisebericht von Elke Keitz

Gefreut hatten wir uns schon lange auf die 3. Weinreise – endlich war es soweit: am 30.4. trafen sich nachmittags 24 Weinfreunde im Hotel „Goldene Krone“ in Iphofen, unser Domizil für die nächsten Tage,  um das Land und seine Weine zu erkunden.
Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken begrüßte uns Frau Manger (Stadtführerin) vor dem Hotel zu einer Stadtführung durch das mittelalterliche Iphofen. Urkundlich wurde Iphofen erstmals im Jahre 741 erwähnt, die Stadtrechte wurden im Jahre 1293 verliehen. Eine gänzlich erhaltene Stadtmauer mit drei Stadttoren sowie wunderschöne Fachwerkhäuser machen diese Stadt zu einem Kleinod. Der Wettergott war uns heute und an allen anderen Tagen wohl gesonnen.

Ein Winzervesper wartete am Abend in der Vinothek auf uns, die uns von der Geschäftsführerin, Frau Kaufmann, präsentiert worden ist.  In historischen Räumen gepaart mit moderner Architektur verkosteten wir verschieden Frankenweine, wie Rivaner, Scheurebe, Spätburgunder etc.
Alle Weine wurden uns aus der für Frankenweine unverkennbaren Bocksbeutelflasche ausgeschenkt. Diese Flaschenform ist seit 1728 die offizielle fränkische Weinflasche.  In Bocksbeutelflaschen dürfen nur Weine mit über 70 Grad Öchsle abgefüllt werden. Die typisch flachgedrückte Form verdankt die Bocksbeutelflasche dem damaligen Bedürfnis, eine bequeme Trinkflasche außerhalb des Hauses mit sich zu führen.

Am nächsten Tag, es war der 1. Mai, erwartete uns morgens Frau Manger zu einer  Wanderung in die Weinberge Iphofens. Inmitten der Weinberge bot sich mittags die Gelegenheit zu einem Imbiss, natürlich begleitet von den entsprechenden Weinen.
Nachmittags folgte die Fahrt mit dem Bus nach Castell. Herr Müller, Verkaufsleiter vom Fürstlich Castell`schen Domänenamt, begrüßte uns vor dem Schloss mit einem Glas  Silvaner Brut. Anschließend  ging es den Schlossberg hinauf. Unter der historischen Gerichtslinde wurde uns eine Silvaner Spätlese gereicht.“ Leichten Schrittes“ ging es hinunter über den Casteller- und Schlossbergweg in den Weinkeller, zur Verkostung erlesener Weine.
Das Highlight des Tages war das Abendessen, bestehend aus einem Vier-Gang-Menü mit korrespondierenden Weinen im Großen Saal des Domänenamtes.

Am Freitag, dem 2.5., fuhren wir mit dem Bus nach Würzburg. Hier wurden wir von Herrn Hellfritsch von der Weinbruderschaft Franken mit einem Glas Silvaner an der Main- Promenade vor dem Haus des Frankenweins zum Stadtbummel begrüßt.
Nach dem Mittagessen erwartete uns Herr Apel, Betriebsleiter vom Weingut Juliusspital, zur Führung durch das Juliusspital. Das Juliusspital sorgt nicht nur für kulinarische Genüsse, hier sind außerdem auch Krankenhaus und Altenbetreuung in mehreren Gebäuden untergebracht.
In einem Trakt befindet sich eine Rokoko-Apotheke, die aufgrund eines besonderen Brandschutzes im 2. Weltkrieg  in ihrer historischen Art erhalten geblieben ist. Anschließend besichtigten wir den 250 m langen Weinkeller kombiniert mit einer obligatorischen Weinprobe.

Nachmittags folgte ein Spaziergang zum Weingut am Stein. Der Würzburger Stein ist eine der bekanntesten Weinlagen Frankens. Herr Dr. Stoll, Kellermeister, führte uns über den Weinlehrpfad. Der Abend in Würzburg endete in dem Gourmet-Restaurant des Weingutes mit einem Drei-Gang-Menü und den dazu passenden Weinen.

Am Morgen des 3.5., fuhren wir in die Spargelhochburg Volkach. Erste Station des wirklich „harten“ Tages (21 verkostete Weine) war das Weingut Max Müller  mit einem Sekt- und Weinempfang. Weiter ging es nach Eschendorf zu den Weingütern Egon Schäffer und Horst Sauer. Zwei Winzer, mit ihrer Philosophie über Wein, wie sie gegensätzlicher kaum sein kann. Auf der einen Seite Herr Schäffer, als traditioneller Hersteller, auf der anderen Seite Herr Sauer, Verfechter für die Herstellung eines „gemachten“ Weines.
Bei der Mainschleifenrundfahrt besichtigten wir die sehenswerte  Wallfahrts-Kirche Maria am Weingarten. Die am Kirchberg gelegene Kirche wurde im 15. Jh. erbaut. Wertvollster Schatz ist die lebensgroße Statue „Madonna im Rosenkranz“ von Tilmann Riemenschneider.
In Volkach, im „Hinterhöfle“, genossen wir ein vorzügliches Spargel-Gericht. Gut gesättigt fuhren wir dann weiter nach Kitzingen. Hier begrüßte uns Herr Völker vom Weingut Völker, um uns  durch seine Weinberge zur führen.
Der Weg endete in seinem historischen Weinkeller, der stimmungsvoll mit Kerzen ausgeleuchtet war.  Hier fand die letzte, große Weinprobe unserer Reise statt. Am späten Abend kehrten wir in guter Stimmung zum Hotel zurück.
Die „Tapferen“ unter uns nahmen, wie jeden Abend, hier noch einen Absacker.

Nach dem Frühstück am Sonntag, dem 4.5., waren sich alle Teilnehmer darüber einig, dass es wieder einmal eine gelungene und  interessante Reise war.

Unser Dank gilt Heidi und Reiner Schäfer für die hervorragende Organisation.

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