Pfalz 2008

Weinreise Pfalz vom 16.6.-22.6.08

Montag 16.6.08

Nach gemütlicher Anreise bei trockenem Wetter wurden wir freundlich im Gästehaus Oswald in Forst empfangen. Der Königpudel mit den niedlichen Zöpfen schien für die Begrüßung besonders herausgeputzt.

Um 14 Uhr fand unser erstes Zusammentreffen im Frühstücksraum statt. Heidi Schäfer verwöhnte uns mit selbstgebackenem Kuchen und frischem Kaffee, während Reiner Schäfer das Programm für die nächsten Tage erläuterte.

15:30 Uhr Abfahrt zum Weingut Vollmer in Ellerstadt, hier wurden wir von der Hausherrin mit großer Herzlichkeit empfangen. Zuerst besteigen wir den Römerturm und genießen einen herrlichen Rundumblick über die sonnigen Weingärten. Die Weindegustation, mit anschließendem Imbiss erlebten wir im Innenraum des Römerturms. Herr Schreck, pensionierter Beamter vom Weininstitut, führte uns durch die Probe. Aber wie aus Heinrich Vollmer „Enrique“ Vollmer wurde, erzählte uns der Winemaker persönlich; Extremsportler, Abenteurer, Offizier der Bundeswehr in dieser Funktion verschlug es ihn nach Südamerika. Hier retteten ihm Einheimische das Leben. Aus Dankbarkeit entschloss er sich den Bewohnern Arbeit zu schaffen. Er kaufte 600 Hektar Weinberge in Argentinien. Eine Hälfte des Jahres verbringt er von nun an, vornehmlich zur Zeit der Weinlese, in seiner zweiten Heimat.

Der Malbec mundet nicht nur zum Argentinischen Rind, sondern schmeckte uns auch zur Pfälzer Leberwurst.

Dienstag 17.6.08

Nach einem köstlichen Frühstück  fahren wir nach Neustadt. Treffpunkt war der Marktplatz das historische Zentrum der heimlichen Weinhauptstadt Deutschlands. Von hier aus stöberten wir durch die verwinkelten Gassen und betrachteten das Ordenshaus der Weinbruderschaft. Nicht zum letzten Mal wurden wir hier mit dem Wahlspruch der Weinbrüder IN VITE VITA (In der Rebe das Leben) konfrontiert.

Zur Mittagszeit war das Hambacher Schloss unser nächstes Ziel.

„Hinauf Patrioten zum Schloß zum Schloß!“ Im Mai 1832 folgten diesem Aufruf fast 30.000 Menschen aus ganz Deutschland, Frankreich und Polen. Das Hambacher Schloss ist nicht nur die Wiege der deutschen Demokratie, sondern auch eine europäische Begegnungsstätte.

Aufgrund von Bauarbeiten konnte eine Innenbesichtigung nicht erfolgen.

Der südlichen Weinstraße entlang ging es nach Sankt Martin. In einem gemütlichen Winzerhof, bei Zwiebelkuchen und kühlem Riesling tankten wir Kräfte für weitere Unternehmungen.

Ab 18 Uhr wurden wir auf dem Wein- und Sektgut Wind-Rabold in Burrweiler zum Grillen empfangen. Ein Heimspiel für unsere Bruderschaft; Die Weinschwester … traf auf ihre jüngere Schwester, die gemeinsam mit ihrem Mann sehr anschaulich von der Arbeit im Weinberg und den nicht kalkulierbaren Wettereinflüssen berichtete.

Mittwoch 18.6.08

11 Uhr Weingut Biffar und Kandiermanufaktur in Deidesheim. Die Naschkatzen erlebten einen für den Gaumen spannenden Vormittag und genossen eine Weinprobe mit den hochwertigen Spezialitäten der Konfiserie.

16 Uhr Weingut Eymael in Bad Dürkheim-Pfeffingen. Die besten Weinlagen des Gutes liegen unmittelbar am Haus der Winzerfamilie. Nach einem kleinen Gang durch die Weinberge luden uns auf einer leichten Anhöhe Tische, Stühle und gekühlter Wein zur Probe ein. Diese herrlichen Tropfen benötigten keine pathetischen Beschreibungen, es passte die ruhige sachliche Erklärung des Juniorchefs Jan Eymael. Diese Rieslingweine sind in der ganzen Welt begehrt, seine Mutter stellt sie just in New York vor.

19 Uhr Abendessen im Weingut Spindler in Forst. Leider fanden wir für dreizehn Personen keinen Platz in dem legendären Garten. Die reservierten Plätze im gemütlichen Gastraum und der Secco, spendiert vom Geburtskind Ute, entschädigte uns jedoch.

Donnerstag 19.6.08

11:00 Essigdegustation im Weinessiggut Doktorenhof in Venningen.

Nach der Einführung zum Thema Essig wurden wir in einem schwarzen Pestilenzumhang eingehüllt und in den Kerzen beleuchteten Keller geführt. In alten Eichenfässern reifen allerbeste Weine zu Essig heran. Die unterschiedlichen Essigsorten zu probieren, hatte einen unvergesslichen kulinarischen Reiz.

19 Uhr Beginn des offiziellen Programms. Die Weinbruderschaft der Pfalz  lädt zum 19. Treffen der Gemeinschaft deutschsprachiger Weinbruderschaften ein. Der Begrüßungsabend findet in der Sektkellerei Schloss Wachenheim, der größte Schaumweinhersteller der Welt, statt. Bei Sonnenschein, unter Klängen einer Dixiland –Band genießen wir einen Pfälzer Cremant im erwürdigen Schlosspark. Dr. Fritz Schumann, Ordensmeister der Weinbruderschaft der Pfalz und Herr Wolfgang Narjes, erster Vorsitzender der deutschen Weinbruderschaft halten die Begrüßungsreden. Ein Abendessen im Marmorsaal und eine dreiteilige Sektprobe aus der Editionslinie schloss sich an. Zeitweise übernahm „König Fußball“ die Regie. Tore im Spiel gegen Portugal steigerten die Sektlaune.

Freitag 20.6.08

Zur Wahl standen zwei Exkursionen. Eine Fahrt folgte der Weinstraße in den Norden, die andere in den Süden. Wir hatten die Qual der Wahl. So gab es am Abend in den verschiedenen Gruppen einen regen Erlebnisaustausch.

Die Nordtour führte über das Leiningerland. Beginnend mit einem Sektfrühstück inklusive Stadtführung in Neuleiningen, weiter zum Haus der deutschen Weinstraße, dem nördlichsten Punkt ein Pendant zum Weintor in Schweigen. Junge dynamische Weinmacher präsentierten im Inneren des Hauses ihre Weine.

Anschließend fuhren wir nach Bad Dürkheim. Im größten Weinfass der Welt  nahmen wir unser Mittagessen ein. Bei einem Umtrunk auf dem römischen Weingut auf dem Weilberg bei Ungstein stellte uns Dr. Fritz Schumann die geschichtlichen Hintergründe und sein persönliches Engagement vor.

Nicht minder erlebnisreich gestaltete sich die Südtour, die nach Schweigen zum deutschen Weintor führte. Interessante Höhepunkte waren die größte pfälzische Winzergenossenschaft in Ilbesheim sowie das Institut für Rebenzüchtung im Geilweilerhof in Siebeldingen.

19 Uhr Pfälzerabend in der Jugendstilhalle in Landau. Dieser Musentempel wurde 1905 erbaut und bot einen festlichen Rahmen für das köstliche eher elsässische Buffet.

Samstag 21.6.08

An der Delegiertenkonferenz nahmen Reiner Schäfer und Peter Schampera teil. Der größte Teil der 300 Mitglieder nahm an der Exkursion nach Speyer teil. Sie besichtigten den Kaiser- und Mariendom zu Speyer verbunden mit einem Orgelkonzert. Speyer ist historisch und kulturell die bedeutendste Stadt am Oberrhein.

Ab 13 Uhr Weinfachtagung unter dem Motto „Weinkultur im Dialog“. Zur Pflege der Weinkultur gehört der Genuss des Weines aber auch die Landschaft, die Menschen und die Erzeugung des Weines, so Herr Wolfgang Narjes. Hochkarätige Referenten waren Weinbaupräsident Edwin Schrank, Heinz Schröder und Dr. Georg Binder vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum. Wer an diesem Mittag lieber die Landschaft aus einer anderen Perspektive erleben wollte, fuhr mit dem historischen Dampfzug.

Die traditionelle „literarische“ Weinstunde der Weinbruderschaft der Pfalz war am Samstagabend im Saalbau zu Neustadt der Höhepunkt des Treffens. Der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Bernhard Vogel hielt den Festvortrag und erinnerte nochmals an die wechselvolle Geschichte der Pfalz mit ihrer europäischen Dimension. Zum Abschluss des Abends übergaben Wolfgang Narjes und Dr. Fritz Schumacher den Thyrsos Stab an den Ausrichter im Jahre 2010 die Weinbruderschaft Franken.

Sonntag 22.6.08

Dankesworte von Peter Schampera an das Ehepaar Schäfer für die Organisation der Reise und ihr stets liebevolles Kümmern. Das Essigpräsent soll beiden Genuss und Gesundheit bescheren.

Der erste Vorsitzende Wolfgang Narjes und der Ordensmeister Dr. Fritz Schumann verabschiedeten die 300 angereisten Gäste bei einem Glas Sekt auf dem Herrenhof in Mussbach.

Protokollant des Reiseberichtes: Michael Schmied

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