Reisebeschreibung unserer Weinreise ins Markgräflerland Oktober 2017

Liebe Reiseteilnehmer,

das Programm für unsere Weinreise in die südlichste Region des Weinanbaugebietes Baden, das Markgräflerland, steht.

Das malerische Markgräflerland, dessen Schönheit schon Goethe gerühmt hat („Ein glückliches Land, wo der Wein vor der Kulisse des Schwarzwaldes reift“), erstreckt sich zwischen Freiburg und Basel parallel zum Rhein und dem Schwarzwald. Kennzeichnend sind nicht nur das milde Klima und die hohen Sonnenstunden, sondern auch herrliche Reblandschaften, sehenswerte Städte, malerische Winzerorte, die traditionsreichen Thermalbäder, eine bewegte Geschichte und viele Kulturdenkmäler. Viele Restaurants, Weinstuben und Straußenwirtschaften laden zum Genießen und Verweilen ein. Kurz, eine ideale Region zum Erholen, Wandern, Radfahren, oder einfach zum Wein erleben

Die gesamte Rebfläche im Markgräflerland beträgt ca. 3.200 ha und davon sind über 1.100 ha mit dem Gutedel bestockt, eine Rebsorte, die fast ausschließlich nur hier in dieser Region angebaut wird.

Erster Tag, Mi. 18. Oktober –

Wir starten unsere Reise mit dem Bus um 7.15 Uhr ab Strickherdicke und um 7.30 Uhr ab Bahnhof Unna. Ziel unserer mehr als 500 km langen Reise ist die mittelalterlich geprägte Stadt Staufen im Breisgau. Wenn alles gut läuft, werden wir am frühen Nachmittag unseren Aufenthaltsort für die nächsten Tage, das 3-Sterne Hotel Goethe, erreichen. Das Hotel liegt am Fuße des Schlossbergs in unmittelbarer Nähe zum historischen Altstadtkern von Staufen.

Nach dem Zimmerbezug treffen wir uns um 17.00 Uhr zu einem ca. 1-1/2 stündigen Stadtrundgang durch das historische mittelalterliche Städtle mit vielen guterhaltenen Gebäuden und bunten Geschäften. Während des Rundganges fällt immer wieder der Blick auf die beeindruckende Burgruine des Schlossbergs, der auch als Weinlage berühmt ist.

Um ca. 18.30 Uhr kehren wir dann beim Weingut Landmann ein, um bei einer Weinprobe mit Schäufle und Kartoffelsalat (ein Muss im Markgräflerland) den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.

Zweiter Tag, Do. 19. Oktober –

Nach dem Frühstückbuffet fahren wir um ca. 9.00 Uhr mit dem Bus nach Schliengen. Dort werden wir im VDP-Weingut Blankenhorn den Tag mit einer ersten Weinprobe beginnen. Das Weingut Blankenhorn hat im Markgräflerland eine lange Tradition. Es befindet sich in der ehemaligen Poststation mit dem dazugehörigen Gewölbekeller aus dem 17. Jahrhundert. Seit 2014 wird das Weingut von Martin Männer geleitet, der sich mit der Übernahme des traditionsreichen Weingutes von Roy Blankenhorn einen Lebenstraum erfüllt hat und z. Z. viel Geld in den Umbau und in die Modernisierung des Weingutes investiert. Sein Ziel ist es, Weine herzustellen die den Charakter der Region widerspiegeln und gleichzeitig den guten Namen auch überregional zu einer festen Größe in der deutschen Weinspitze zu etablieren. Das Weingut bewirtschaftet eine Fläche von 23 Hektar.

Nach unserer ersten Weinprobe um ca. 11.45 Uhr fahren wir mit unserem Bus weiter in den 2 km entfernten Ortsteil Mauchen. Das beschauliche Dorf Mauchen liegt, umgeben von den Rebhängen des Sonnenstücks und des Frauenbergs, geschützt in einer Talsohle zwischen Rhein und Schwarzwald im Süden des Markgräflerlandes. Hier werden wir um ca. 12.00 Uhr im traditionsreichen Gasthaus zur Krone, das weit über die Region hinaus bekannt ist, ein typisch badisches Mittagessen einnehmen.

Gegen 14.00 Uhr steht in dem nach wenigen Schritten über den Hof zu erreichendem VDP-Weingut Lämmlin-Schindler unsere nächste Weinprobe an. Die Familie Lämmlin betreibt Weinbau schon seit dem 12. Jahrhundert. Der Inhaber, Gerd Schindler, baut seine Weine auf einer Fläche von 18 ha biologisch aus. Neben dem Gutedel und anderen leicht und filigran ausgebauten Weißweinen ist Gerd Schindler auch für seine tiefdunklen Spätburgunder weithin bekannt.

Um 15.45 Uhr müssen wir spätestens nach Staufen zurückfahren, denn um 16.30 Uhr erwartet uns eine Führung durch die dort ansässige „Schwarzwälder Hausbrennerei Alfred Schladerer“. Bei der Führung durch die Maischehalle, durch den Lager- und Filtrationskeller und durch die Brennerei mit den einmaligen Kupferbrennblasen, lernen wir das Familienunternehmen und die Marke Schladerer kennen und erfahren, was einen besonderen Obstbrand ausmacht.

Der Abend steht zur freien Verfügung. Empfehlenswert sind die verschiedenen Lokale der Altstadt und natürlich die rustikalen Straußwirtschaften. Für einen Wein-Absacker ist der in der Nähe unseres Hotels gelegene Weinbrunnen sehr geeignet. Alternativ kann man auch mit der Gästekarte kostenlos ein Abstecher mit der Bahn in benachbarte Orte wie Bad Krotzingen und Münstertal unternehmen.

Dritter Tag, Fr. 20. Oktober –

An diesem Tag werden wir uns mehr der Geschichte und Kultur widmen. Die Abfahrt mit dem Bus ist um 9.00 Uhr. Ziel ist die 7 km entfernte Malteserstadt Heitersheim, die mit dem Malteserschloss eine große Geschichte als geistlich-fürstliche Residenz des Johanniter- und Malteserordens hat. Im Kellergewölbe des ehemaligen Kanzleigebäudes von 1740 ist ein Museum eingerichtet. Deutschlands einziges Maltesermusem widmet sich mit sehenswerten Exponaten dem Ritterorden der Johanniter und Malteser, zeichnet aber auch die fast 500-jährige Baugeschichte des Schlosses dokumentarisch nach. In der Nachbarschaft befindet sich die Römervilla von Heitersheim. Diese erste entdeckte Villa urbana rechts des Rheins ermöglicht hochinteressante Einblicke in das Leben der Römer im ersten Jahrhundert nach Christus. Im Rahmen einer kombinierten Führung können wir das Johanniter-Malteser-Museum und das Römermuseum „Villa urbana“ näher kennenlernen.

Ab 11.00 Uhr steht auch wieder der Wein im Mittelpunkt. Im benachbarten Weingut Julius Zotz werden wir eine Weinprobe und eine rustikale Vesper einnehmen. Das seit 1865 bestehende Weingut wird heute in 4. und 5. Generation von Martin und Michael Zotz geführt. Aus der nächsten Generation bringt sich der junge Önologe Julian Zotz bereits mit ein. Mit ca. 80 ha Rebflächen gehört das Weingut Julius Zotz heute zu den größten Familienweingütern Deutschlands. Das Rebsortenspektrum ist gebietstypisch und traditionell. Der Schwerpunkt liegt auf den für das Markgräflerland klassischen Kulturrebsorten Gutedel und auf Burgundersorten.

Nach der anstrengenden Winzervesper tut ein wenig Bewegung gut. Gegen 13.30 Uhr werden wir mit dem Bus nach Müllheim, eine liebeswerte Stadt und traditionsreicher Weinort mit schöner Altstadt, weiterfahren. Der historische Stadtkern von Müllheim wird geprägt von Winzerhöfen, blumengeschmückten Plätzen, Barockbauten und klassizistischen Häuserensembles. Am Rathaus erwartet uns eine Stadtführerin, um uns bei einer rd. 2-stündigen Führung das historische Müllheim näher zu bringen.

Danach, gegen 16.00 Uhr, fahren wir weiter zum Weingut Dr. Schneider im ca. 4 km entfernten Ortsteil Zunzingen. Das 1950 von der Familie Bolanz gegründete Weingut wurde 1995 von Dr. Gustav und Elisabeth Schneider übernommen. Die Familie bewirtschaftet eine Rebfläche von rd.
13 ha in Zunzingen, Müllheim, Auggen und Badenweiler, auf denen 58% Weißwein und 42% Rotwein angebaut werden. Das Profil der Weine ist frisch und fruchtig. 90% von ihnen werden trocken ausgebaut.

Nach einer kleinen Weinbergsbegehung mit Sektempfang (bei gutem Wetter) und einer Betriebsbesichtigung werden wir uns zu einer Weinprobe an einem besonderen Ort, nämlich im Etikettenmuseum des Weingutes, einfinden. Im ersten und einzigen Museum seiner Art in Deutschland können wir 200 Jahre Weingeschichte auf Tausenden von Etiketten betrachten, die aus der umfangreichen Sammlung von Thomas Wangler stammen und heute im Besitz des Weingutes sind. Im Mittelpunkt stehen Etiketten aus Baden, das älteste aus dem Jahr 1811. Aber auch andere deutsche Weinbauregionen sind vertreten, sowie internationale Etiketten und Künstleretiketten.

Im Anschluss an die Weinprobe werden wir ein rustikales Abendessen in der Gutsschänke im Weingut Dr. Schneider einnehmen. Mit ihrer gemütlichen Gaststube und dem stimmungsvollen Gartenrestaurant im Schatten der Rosenpergola ist die Gutsschänke auf dem Hof des Weingutes ein idealer Ort zum Verweilen und Genießen.

Rückfahrt nach Staufen ca. 20.30 Uhr bis 21.00 Uhr.

Vierter Tag, Sa. 21. Oktober –

Um 9.00 Uhr fahren wir mit unserem Bus in die Schwarzwaldmetropole Freiburg im Breisgau. Der Besuch dieser lebendigen Universitätsstadt am Rande des Schwarzwaldes ist ein Muss für jeden Besucher der Region. Freiburg zählt zu den wärmsten Städten Deutschlands und hat viel zu bieten. Das Wahrzeichen der Stadt, das Freiburger Münster, die Sehenswürdigkeiten der schönen und historischen Altstadt, die Alte Wache Freiburg, die berühmten Bächle usw., das alles kann man hier bewundern. Um 10.00 Uhr werden wir mit einer Stadtführerin einen ca. 1-1/2 stündigen Stadtrundgang mit Besichtigung des Freiburger Münsters unternehmen. Im Anschluss bleibt ausreichend Zeit für einem Bummel durch die Stadt auf eigene Faust oder um in einem der vielen Cafés und gemütlichen Kneipen zu verweilen und sich von der badischen Gastlichkeit verwöhnen lassen.

Um 13.15 Uhr fährt unser Bus weiter in das 10 km entfernte Weindorf Pfaffenweiler, wo wir gegen 14.00 Uhr das Weinhaus Pfaffenweiler kennenlernen und natürlich auch eine Weinprobe haben. Das Weinhaus Pfaffenweiler zählt mit etwas über 100 ha zu den kleineren Winzergenossenschaften in Baden, hat sich aber dank dem kompromisslosen Qualitätsstreben vom Geschäftsführer Heinrich Stefan Männle mittlerweile zu den erfolgreichsten Winzergenossenschaften Deutschlands entwickelt. So zählt das Weinhaus Pfaffenweiler z. B. laut Gault&Millau 2015 und Eichelmann-Weinführer 2014 zu den besten und führenden Weinerzeugern Deutschlands. Da das Weinhaus Pfaffenweiler bei seinen Weinen das Terroir betont und auch neben den klassischen Rebsorten des Markgräflerlands Rebsorten wie Sauvignon Blanc, Merlot und Cabernet Sauvignon anbaut, dürfen wir auf die Weinprobe besonders gespannt sein.

Gegen 16.00 Uhr fahren zurück zu unserem Hotel in Staufen, das wir nach ca. 15-minütiger Fahrzeit erreichen werden. Dort haben wir Freizeit bis 18.45 Uhr. Nach einem kleinen Spaziergang durch die Altstadt von Staufen erreichen wir das Gasthaus/Hotel Löwen. Das Gasthaus/Hotel Löwen, zu dem seit 2015 auch das Hotel Goethe gehört, hat wahrhaft historische Wurzeln. Die Ersterwähnung des Gasthauses Löwen findet sich bereits im Jahre 1407 in einer ausgestellten Urkunde, die heute im Badischen Landesmuseum zu finden ist. In diesem Gasthaus soll Anno 1539 der sagenumwobene Alchemist, Astrologe und Schwarzkünstler Dr. Johann Georg Faustus bei chemischen Experimenten zur Goldherstellung ums Leben gekommen sein. Glaubt man aber der Sage, so hat „der obersten Teufel einer, der Mephistopheles, den er in seinen Lebzeiten lang nur seinen Schwager genannt, …  ihm, nachdem der Pakt von 24 Jahren abgelaufen, das Genick abgebrochen und seine arme Seele der ewigen Verdammnis überantwortet.“ Ein Stoff, den Goethe 250 Jahr später als Muster für seine Faust-Tragödien verwandt hat.

Im Gasthaus Löwen dürfen wir uns auf ein 4-gängiges Menü mit begleitenden Weinen des Weingutes Rainer Schlumberger aus Laufen freuen. Stefanie Schlumberger, die Mutter der 67. Deutschen Weinkönigin 2015/2016 Josefine Schlumberger, wird die Wein- und Speisen­kombinationen moderieren.

Fünfter Tag, So. 22. Oktober –

Nach dem Frühstücksbuffet und Koffer packen verabschieden wir uns gegen 9.30 Uhr von unserem Hotel. Um auch unseren Rückfahrtag dem Wein zu widmen, lernen wir nach dem südlichsten Teil des Weinbaugebietes Baden nun auch einen nördlichen Teil kennen, die badische Bergstraße. Unser Ziel ist das Privatweingut Schröder in Heddesheim, das wir nach ca. 2 ½ stündiger Busfahrt erreichen werden. Das seit über 250 Jahren bestehende Familienweingut bewirtschaftet
4 ha Rebfläche und wird heute von der Winzermeisterin Judith Schmidt (geb. Schröder) und
Dipl. Kaufmann Steffen Schmidt geleitet. Der „Feinschmecker“ hat das Weingut Schröder mit der Auszeichnung „Dieses Weingut gehört 2016/17 zu den besten in Deutschland“ dekoriert. Weiter wurden zahlreiche Weine aus dem Hause Schröder mit Gold- und Silber-Medaillen durch den Badischen Weinbauverband sowie bei diversen Degustationswettbewerben des Genussmagazins „Selection“ prämiert. In der stilvoll eingerichteten Vinothek des Weingutes werden wir bei einer Weinprobe mit einer rustikalen Vesperplatte die Qualitätsstufen des Betriebes kennenlernen.

Um ca. 14.30 Uhr starten wir dann zu unserer Rückfahrt nach Unna bzw. Fröndenberg, wo wir, wenn es gut klappt, gegen 18.00 Uhr eintreffen werden.

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